Vor über 4 Jahren hab ich mich in ein Abenteuer gestürzt.
Als 17 jähriger junger Mann ging ich nach Berlin. Es war für mich ein Schritt in die richtige Richtung, Selbstständigkeit, Disziplin, Verantwortung und Lust auf eine Zeit mit allen Facetten, die mir Berlin zeigen kann.
Am Anfang ging es los, eine einfache Bewerbung bei einem Premiumhersteller, nichts besonderes. Mit zwei Standorten (Leipzig und Berlin) schickte ich diese ab. Zu dem damaligen Zeitpunkt wollte ich einfach nicht mehr zur Schule gehen, ich hatte kein Bock auf Stress und so viel lernen, wollte endlich Geld verdienen, wollte nicht nur nutzlos hinter der Schulbank hocken, sondern endlich was richtiges machen.
Es verging eine ganze Weile, doch dann kam eine Mail, die mich freudig stimmte. Es war zwar die Absage in Leipzig, jedoch eine Einladung nach Berlin zu einem PC-Test. Daraufhin kam die erste Reise nach Berlin. Direkt ins Werk, gefühlte 200 Leute neben mir, die genau wie ich, um einen begehrten Ausbildungsplatz kämpfen wollten. Dabei wurden von über 1000 Bewerbungen 350 zum PC-Test eingeladen und einer von ihnen war ich. Mein Gefühl sagte mir, das der Test schlecht gelaufen sei, ich war sehr enttäuscht, dachte meine Chance sei vorbei.
Danach verging wieder einige Zeit, eine Zeit des wartens, des ungewissen, nervösen Wartens.
Doch dann kam sie, die Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Mit viel Vorbereitung zu einem bestimmten Thema, jeder Menge Unterstützung meiner Eltern und meiner eigenen Unbeschwertheit ging es also erneut auf nach Berlin. Dort erwartete mich direkt die oberste Führungsetage, gespickt mit dem Leiter des Hauses, des Personals, meiner Abteilung und dem Ausbildungsleiter. Ein Tag, der unfassbar war. Ich kam dahin, ganz gelassen und tiefenentspannt. Die Aufgaben lagen mir ein wenig, viel Reden, Erwartungen niederschreiben, in einem persönlichen Gespräch die Vorstellungen präsentieren und sich selbst präsentieren.
Ab diesem Vorstellungsgespräch war ich mir meiner Sache sehr sicher, hatte ein richtig gutes Gefühl und dies sollte mich nicht enttäuschen.
Es verging eine gefühlte Ewigkeit, ein schier unendliches Warten. Doch an einem Samstag, kurz nach meinem 17. Geburtstag kam die erlösende Nachricht, eine Zusage zu meinem angestrebten Ausbildungsplatz. Eine unfassbar spannende Aufgabe für mich, neue Leute, eine völlig fremde, riesige Stadt und vor allem, eine eigene Wohnung.
3,5 Jahre Ausbildung, zwei Prüfungen (Zwischen- und Abschlussprüfung, jeweils theoretisch und praktisch), Ausbildungsnachweise (Berichtshefte) ohne Ende. Ein Abschluss, der mir nicht einmal im Ansatz zugetraut wurde. Vom durchschnittlichen Schüler zum Klassenbesten, vom kleinen Jungen zum Mann.
Seit Februar Geselle, seit letzter Woche bis zum 30.12.2018 befristet.
Eine Zeit die mein Leben prägte. Doch warum in der Vergangenheitsform?
Vielleicht bahnt sich ja etwas an?
Könnte es möglich sein das ich doch wieder in meine Heimat zurückkommen kann?
Etwa schneller als gedacht?
Seit knapp 3 Monaten versuche ich alles, alles menschenmögliche so schnell wie möglich wieder in meine Heimat zu kommen und scheinbar gibt es eine Möglichkeit. Scheinbar kann ich bald endlich wieder mein Leben leben, ein Mensch sein, der nicht von dem Großteil seiner Freunde getrennt ist (zumindest unter der Woche).
Doch dazu gibt es erst mehr, wenn ich weiß das das alles so klappt, wie es scheint.
Danke für eure Aufmerksamkeit!
P.S.: Glaubt an euch selbst und nehmt auch die Entfernung in Kauf! Jeder kann alles schaffen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ihr könnt alles schaffen, wenn ihr an euch glaubt. Gebt euch nicht auf, gebt euch einen Ruck und macht eure Sache einfach gut. Die Möglichkeiten sind unfassbar vielseitig, also haut rein und macht etwas aus euch!
It's Magic.














